Veranstaltungsarchiv Thomas Mann House
Juni 2021
The City of Man: The Future of Multilateral Politics – Nina Hachigian, Friedhelm Marx & Michael Zürn im Gespräch
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Von den Bedrohungen einer globalen Pandemie, über den Klimawandel, Rechtsstaatlichkeit, Terrorismus bis hin zu Menschenrechten: Die Welt steht vor Problemen, die Staaten nicht alleine lösen können. Doch die notwendige Zusammenarbeit in einer globalisierten Welt setzt voraus, dass bestimmte Prinzipien und Werte von allen Parteien geteilt werden. Multilateralismus ist also sowohl Voraussetzung als auch Instrument für alle Staaten, um miteinander zu kooperieren und gemeinsame Ziele zu verfolgen, aber auch um konkurrierende Interessen auszugleichen und zu regeln.
Wie die Brookings Institution in der kürzlich erschienenen Studie Competing for Order gezeigt hat, geht die aktuelle Malaise der multilateralen Ordnung tiefer als die nationalistischen Bestrebungen einzelner Politiker. In der internationalen Arena droht eine Logik des "Du bist für uns oder gegen uns" die Oberhand zu gewinnen.
Es ist an der Zeit zu fragen: Was ist die Zukunft der multilateralen Politik? Und welche konkreten Maßnahmen können sie heute wiederbeleben? Und - ganz konkret - welche Lehren lassen sich aus der Initiative The City of Man. A Declaration on World Democracy, die Thomas Mann 1940 gemeinsam mit Reinhold Niebuhr, Antonio Giuseppe Borgese und anderen ins Leben rief, um ihre Vision eines globalen und stabilen Staatensystems zu skizzieren, in dem Humanität das Leitprinzip für die Sicherung von Frieden und sozialer Wohlfahrt sein würde.
Diese Veranstaltung stellt Perspektiven aus Diplomatie, Politikwissenschaft und Literatur vor und bringt sie in ein gemeinsames Gespräch.
Teilnehmer*innen
Botschafterin Nina Hachigian wurde 2017 vom Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, zur ersten stellvertretenden Bürgermeisterin für internationale Angelegenheiten ernannt. Ihr Büro ist bestrebt, die globalen Verbindungen von Los Angeles zu erweitern, um Arbeitsplätze und Kultur zu fördern. Davor diente sie als Vertreterin der USA bei der Association of Southeast Asian Nations. Sie war Senior Fellow und Senior Vice President am Center for American Progress und Direktorin des RAND Center for Asia Pacific Policy. Von 1998 bis 1999 gehörte sie zum Stab des Nationalen Sicherheitsrates im Weißen Haus Clintons.
Friedhelm Marx studierte Sprach- und Literaturwissenschaft und katholische Theologie in Tübingen, Bonn und an der University of Virginia. 1994 wurde er in Bonn mit einer Arbeit über Goethe und Wieland promoviert; 2000 habilitierte er sich an der Bergischen Universität Wuppertal mit einer Arbeit über Christusfigurationen im Werk Thomas Manns. Seit 2004 hat Friedhelm Marx den Lehrstuhl für Neuere deutsche Literatur an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg inne. Er ist Thomas Mann Fellow 2021.
Michael Zürn ist Politikwissenschaftler. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf der Entstehung und Funktionsweise von internationalen und supranationalen Institutionen und deren Auswirkungen auf die globale politische Ordnung. Prof. Zürn ist Direktor der Abteilung Global Governance am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) und Professor für Internationale Beziehungen an der Freien Universität Berlin. Er ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und seit 2014 auch der Academia Europaea. Er ist Thomas Mann Fellow 2021.
Das Gespräch wird moderiert von Kimberly Marteau Emerson. Emerson ist Anwältin, Bürgerrechtlerin und Menschenrechtsaktivistin. Sie ist u.a. Mitglied im Vorstand von Human Rights Watch, im Beratungsausschuss für Europa und Zentralasien und in den Stadtkomitees von Berlin und Los Angeles (Co-Vorsitzende emerita).
Mit einführenden Worten von Generalkonsul Stefan Schneider, Los Angeles.
Livestream am 3. Juni 2021 um 20:00 Uhr (MEZ)
Eintritt frei, die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.
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Everything will change. Narrating Extinction: Mit Ursula K. Heise, Mojib Latif, Randy Olson, Carla Reemtsma & weiteren Gästen
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Die Pandemie hat uns in den Ausnahmezustand versetzt. Aber aus ferner Zukunft wird man sich an unsere Zeit nicht in erster Linie als die „Corona-Jahre“ erinnern, sondern als Ära des Massensterbens in der Tier- und Pflanzenwelt. Was jetzt verschwindet, wird für immer verschwunden bleiben und zukünftige Generationen werden uns an unserer Ignoranz messen. Wir schreiben Naturgeschichte und selbst im Rauschen der Gegenwart ist es unsere Verantwortung, uns dessen bewusst zu sein. Aber was wäre, wenn wir es schaffen könnten, nicht Armut und Chaos, sondern eine Renaissance zu begründen?
Diese Veranstaltung basiert auf Marten Persiels neuem Film "Everything will change" (Flare Film, 2021). An der Podiumsdiskussion nehmen Ursula K. Heise (Marcia H. Howard Chair in Literary Studies am Department of English und am Institute of the Environment and Sustainability an der UCLA), Mojib Latif (Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Klima-Konsortiums - DKK), Randy Olson (Filmemacher, Produzent & Meeresbiologe) und Carla Reemtsma (Aktivistin, Fridays for Future, Deutschland) teil. Moderiert von Villa Aurora-Alumnus Marten Persiel (Filmemacher und Regisseur des Dokumentarfilms "This Ain't California"). Es begrüßen Heike Catherina Mertens (VATMH) und Johannes Vogel (Museum für Naturkunde).
Senden Sie uns Ihre Fragen zum Artensterben über Slido. (Keine Anmeldung nötig)

EVERYTHING WILL CHANGE. A feature film by Marten Persiel (Flare Film, 2021)
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Coming soon!

Diese Veranstaltung ist Teil Langen Nacht der Ideen 2021 des Auswärtigen Amts.
Haircuts & Social Justice: Drei Generationen aus Los Angeles im Gespräch. Mit Karen Tongson, Madin Ray Lopez & Reeves Gift
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Teilnehmer*innen
Karen Tongson ist „Professor of English, gender & sexuality studies, and American studies & ethnicity“ an der University of Southern California. Sie ist die Autorin zweier Bücher: Why Karen Carpenter Matters (2019, demnächst in Europa bei Faber books, November 2021). und Relocations: Queer Suburban Imaginaries (2011). Sie schreibt Beiträge und Kommentare für NPR, Los Angeles Review of Books (LARB), L.A. Weekly, BuzzFeed Reader, The Los Angeles Times, The Washington Post, und Public Books, sowie für andere wissenschaftliche und öffentliche Foren. Sie ist Co-Host des Podcasts Waiting to X-hale.
Madin Ray Lopez (They/Them) ist Gründer*in des ProjectQ. Schon früh war klar, dass Haareschneiden zum Beruf werden sollte, da es eine zuverlässige Karriere darstellte, in welcher auch Kreativität eine Rolle spielt. Nach eigenen traumatischen <wbr>Kindheitserfahrungen, machte Madin as sich zur Lebensaufgabe, LGBTQIA+-Jugendlichen zu helfen. ProjectQ entstand 2012 und im Juni 2018 eröffnete Madin „The ProjectQ Salon & Community Center“. Madin hofft, Jugendlichen und sich selbst beweisen zu können, dass Hartnäckigkeit schlechte Verhältnisse übertrumpfen kann.
Reeves Gift ist ein Filmemacher aus Washington DC mit Wurzeln in Trinidad. Er verbrachte seine Kindheit zwischen Trinidad und den USA und entwickelte so eine Liebe für Geschichten und traditionelle Folklore. Reeves studiert momentan an der School of Cinematic Arts der University of Southern California und plant ein Autor und Produzent in der Filmindustrie zu werden. Zu seinen Leistungen zählen Projekte und Serien mit dem PBS (Public Broadcasting Service) und der Stadt Los Angeles, sowie verschiedene photographische Projekte.
Last Best Hope: America in Crisis and Renewal – George Packer & Thomas Aujero Small im Gespräch
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In seinem neuen Buch Last Best Hope, America in Crisis and Renewal, diagnostiziert der mit dem National Book Award ausgezeichnete Autor George Packer Amerikas Abstieg in einen gescheiterten Staat und entwirft einen Weg zur Überwindung der Spaltungen, Ungerechtigkeiten und des Stillstandes im Land. Thomas Aujero Small, ehemaliger Bürgermeister von Culver City, Kalifornien, hat die Reaktion der Stadt auf die Covid-Krise mitgestaltet und dabei aus erster Hand erfahren, welchen massiven Druck die Pandemie auf die Demokratie in einer politisch gespaltenen Gesellschaft ausübt.
Packer und Small werden über die entscheidenden Fragen diskutieren, die in Packers Buch aufgeworfen werden, und über die Verzweiflung und die Hoffnung für die Demokratie in Amerika, die das Jahr der Pandemie so eindringlich offenbart hat.
Teilnehmer
George Packer ist ein preisgekrönter Autor und Journalist bei The Atlantic. Er ist Autor der Bücher The Unwinding: An Inner History of the New America (ausgezeichnet mit dem National Book Award), The Assassins' Gate: America in Iraq, und Our Man: Richard Holbrooke and the End of the American Century (Gewinner des Hitchens Prize und des Los Angeles Times Book Prize für Biografie). Er ist außerdem Autor von zwei Romanen, einem Theaterstück sowie Herausgeber einer zweibändigen Ausgabe der Essays von George Orwell. Seine Essays und Artikel sind unter anderem in Boston Review, The Nation, World Affairs, Harper's, The New York Times und The New Yorker erschienen. Packer war Kolumnist für Mother Jones und schrieb von 2003 bis 2018 für The New Yorker.
Thomas Aujero Small ist Gründer und CEO der gemeinnützigen Organisation Culver City Forward, einer öffentlich-privaten Partnerschaft, die Führungskräfte aus der Wirtschaft, der Regierung, dem Bildungswesen, der Philanthropie und der Gemeinde Culver City zusammenbringt, um eine überparteiliche und faktenbasierte Plattform zur Stärkung der Wirtschaft von Culver City, zur Unterstützung der lokalen Arbeitskräfte und zur Erfüllung der vielfältigen Bedürfnisse der geschäftlichen, bürgerlichen und kommunalen Interessengruppen zu bieten. Small diente zuvor im Stadtrat von Culver City, Kalifornien, von April 2016 bis Dezember 2020, einschließlich seiner Rotation als Bürgermeister von Culver City von 2018 bis 2019. Small wurde 2018 von seinen Kollegen im Stadtrat einstimmig zum Bürgermeister gewählt. Vor seiner Wahl in den Stadtrat war er als Beauftragter für kulturelle Angelegenheiten tätig.
Livestream am 19.Juni, 2021 um 20:00 Uhr (MEZ).
Der Eintritt ist frei, die Veranstaltung findet in englischer Sprache statt.