Veranstaltungsarchiv Villa Aurora
Mai 2013
Nach der Revolution
Los Angeles
Villa Aurora, Pacific Palisades Film Festival zeigt:
Nach der Revolution - Ein Dokumentarfilm von Dörte Franke und Marc Bauder
Deutschland, 2010, 91 min., digital
Der Film Nach der Revolution zeigt die Situation unmitttelbar nach dem Fall der Mauer mit seltenem Filmmaterial von Diskussionen der politischen Elite der DDR und reflektiert die Situation aus einer heutigen Sicht.
Nach dem Screening wird das Lebenswerk von UDO KIER geehrt und die Höhepunkte seiner Filmkarriere gezeigt.
Mehr über Friends of Film und The 9th Annual Pacific Palisades Film Festival unter http://www.friendsoffilm.com/
Eintritt: Spendenempfehlung $ 5
Anmeldung bitte unter infola@villa-aurora.org. Sie erhalten eine Bestätigung.
Der Abend, an dem in Deutschland die Bücher brannten
Berlin
Das Villa Aurora Forum und das Literaturhaus Berlin gedachten am 10. Mai mit Unterstützung der Atlantik-Brücke der Literatur verfolgter und verbotener Schriftsteller und Journalisten anlässlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten in Deutschland.
Mit unglaublicher Intensität und Anmut las Frank Arnold vor vollem Haus Texte von Autoren wie Pablo Neruda, Gabriel Garcia Márquez, Liao Yiwu oder Joseph Brodsky. Ernest Wichner, Leiter des Literaturhauses, führte den jeweiligen Autor versiert ein und schenkte mit der Auswahl von Texten von Abu Nuwas, einem persischen Autor aus dem 8. Jahrhundert, dem Publikum einen humorvoll-bitteren Ausklang.
Der Abend an dem in Deutschland die Bücher brannten
Berlin
Villa Aurora e.V. und das Literaturhaus Berlin gedenken mit Unterstützung der Atlantik-Brücke der Literatur verfolgter und verbotener Schriftsteller und Journalisten anlässlich des 80. Jahrestages der Bücherverbrennung durch die Nationalsozialisten in Deutschland.
Am 10. Mai 1933 haben nationalsozialistisch gesinnte deutsche Hochschullehrer und Studenten in zahlreichen Städten im Deutschen Reich die Bibliotheken vom »undeutschen Geist gesäubert« und unter Verlesung von Feuersprüchen die Bücher zahlreicher deutscher Schriftsteller und Gelehrter verbrannt. Wie wir heute wissen, war dies das Fanal, von dem Heine gesprochen hatte – es wurden nicht nur Bücher, sondern auch Menschen verbrannt – und es endete mit Millionen Toten in den Gaskammern, auf den Schlachtfeldern und in zerstörten Städten.
Achtzig Jahre Bücherverbrennung ist uns Anlass zurückzublicken auf das historische Geschehen wie auf die folgenden Jahrzehnte, denn Bücher wurden und werden verbrannt; weltweit werden nach wie vor Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Journalistinnen und Journalisten wegen ihres Einsatzes für die Wahrheit verfolgt, eingesperrt und ermordet.
Frank Arnold liest Texte verbotener und verfolgter Schriftsteller aus den letzten achtzig Jahren (u.a. Franz Kafka, Pablo Neruda, Béla Hamvas, Joseph Brodsky, Václav Havel, Gabriel Garcia Márquez, Liao Yiwu, Abu Nuwas).
Veranstaltungsort: Literaturhaus Berlin, Großer Saal, Fasanenstraße 23, 10719 Berlin
Fellows&Friends @ Torstraße 111 in Berlin
Berlin
Zu Ehren der beiden Villa Aurora Berlin Fellows 2013, Alice Wang und Benjamin Tong, fand am Abend des 22. Mai 2013 in der Künstlerresidenz Torstraße 111 ein FELLOWS & Friends Treffen der Villa Aurora statt.
Das Fellowship Berlin, das 2012 ins Leben gerufen wurde, bietet Künstlerinnen und Künstlern aus Los Angeles einmal im Jahr für mehrere Monate die Gelegenheit, in Berlin zu leben und zu arbeiten. Damit möchte die Villa Aurora den transatlantischen Austausch befördern und neben dem Stipendienprogramm, das in Deutschland lebenden Künstlerinnen und Künstlern einen Aufenthalt in Los Angeles gewährt, auch in Los Angeles lebenden Künstlern einen Aufenthalt in Deutschland ermöglichen. Neben Wohn- und Arbeitsräumen bietet die Torstraße 111 zudem Galerieräume, in denen Arbeiten von Alice Wang und Benjamin Tong zu sehen waren.
Alice Wang wurde in China geboren, hat in Toronto, in Los Angeles und an der New York University studiert und lebt als Künstlerin und Filmemacherin in Los Angeles. Seit Sommer 2012 lebt und arbeitet Alice im Rahmen eines Kunststipendiums zusätzlich in Paris. Die Arbeit, die sie an diesem Abend präsentierte, trägt den Titel ‚The Secret Blackness of Milk‘.
Benjamin Tong, der in Toronto geboren ist, studierte Informatik an der Universität von Toronto und erhielt den Master of Fine Arts am California Institute of the Arts. Er war Fellow in Mexiko City und ist mit seinen Projekten derzeit in den USA, in Kanada und in Europa zu sehen. Seine Performance trug den Titel ‘In a thousand years we will have corrected the earth’s rotational axis shifting it 45 degrees aligning to that of Venus, and the polar icecaps will have melted giving the seas a flavoring of lemonade’.
Zu Beginn des Abends hielt Dr. Miriam Kellerhals einen Vortrag über Kunst und Urheberrecht. Dabei stellte sie dar, unter welchen Voraussetzungen eine Schöpfung urheberrechtlichen Schutz genießt und welche Rechte daraus erwachsen und unter welchen Umständen Künstler andere Künstler zitieren, persiflieren oder nachahmen können, ohne deren Rechte zu verletzen. Hierzu wurden exemplarische Entscheidungen aus dem deutschen Recht und der am 25.04.2013 vom New Yorker Berufungsgericht entschiedene Fall „Patrick Cariou vs. Richard Prince“ diskutiert.
Dr. Miriam Kellerhals hat in Konstanz und München studiert und ihr Referendariat in Berlin absolviert. Danach war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin tätig. In dieser Zeit hat sie über Urheberpersönlichkeitsrechte im Arbeitsverhältnis promoviert. Seit 2001 ist sie als Rechtsanwältin in Berlin aktiv. Neben ihrer anwaltlichen Tätigkeit mit den Schwerpunkten Urheber-, Medien- und Wirtschaftsrecht lehrt sie an verschiedenen Hochschulen und hält Vorträge im In- und Ausland.
Ulrike Seyboth und Ingo Fröhlich, Gastgeber der Torstraße 111, präsentierten ihren Katalog „ich zeichne die Zeit, du malst den Moment“, der im Lukas Verlag Berlin erschienen ist.
FELLOWS & Friends @ Torstraße 111
Berlin
Programm
18:00 Uhr:
Kunst und Urheberrecht
Vortrag von Dr. Miriam Kellerhals & Diskussion
19:30 Uhr:
ich zeichne die Zeit, du malst den Moment
Katalogpräsentation von Ulrike Seyboth & Ingo Fröhlich / Torstraße 111, Lukas Verlag Berlin
20:00 Uhr:
Opening & Party mit Alice Wang & Benjamin Tong,Villa Aurora Fellows in Berlin, Torstraße 111
Ausstellungen:
The Secret Blackness of Milk / Alice Wang
In a thousand years we will have corrected the earth’s rotational axis shifting it 45 degrees aligning to that of Venus, and the polar icecaps will have melted giving the seas a flavoring of lemonade. / Benjamin Tong
Eintritt frei!
Anmeldung unter infoberlin@villa-aurora.org oder 030 – 20 62 36 40 bis 20. Mai 2013
Alice Wang (geb. 1983 in China) lebt als Künstlerin und Filmemacherin in Los Angeles. Sie schloss die Universität in Toronto mit einem BSc ab und erhielt den Bachelor of Fine Arts vom California Institute of the Arts und den Master of Fine Arts der New York University.
Seit dem Sommer 2012 lebt und arbeitet Alice dank eines Kunststipendiums der Carla Bruni-Sarkozy-Stiftung in Paris. Alice stellt ihre Arbeiten im Armory Center for the Arts in Pasadena sowie im Deutschen Haus in New York aus, im Moskow Museum of Modern Art und bei Immanence in Paris sind weitere Ausstellungen geplant. Ihr Experimentalfilm The fallacy of misplaced concreteness wird von Vtape vertrieben und ist Teil der permanenten Sammlung dort.
Benjamin Tong (geb. 1981), studierte Informatik an der Universität von Toronto und erhielt den Master of Fine Arts am California Institute of the Arts. Seine Projekte werden weltweit gezeigt, unter anderem in The Hart House (CAN), beim Images Festival (CAN), in REDCAT Gallery (CA), Sonja Roesch Gallery (TX), an der Hochschule für Bildende Kunst HBK (GER), bei RosaB.net, und LA Mart (CA). The Parrot Lecture, veröffentlicht von Golden Spike Press und aufgeführt bei CalArts, ist bei Printed Matter (US), Ed. Varie (US), Art Metropole (CAN) und Ooga Booga (US) zu sehen. In Mexiko City war er Fellow im SOMA summer program.
Vögelein Schwermut
Los Angeles
Villa Aurora und das Österreichische Generalkonsulat präsentieren
Vögelein Schwermut - Ein Liederabend mit Irene Wallner und Maria Raberger
In Anwesenheit von Walter Arlen
Vögelein Schwermut, eine Liedersammlung für Alt und Klavier, präsentiert Lieder jüdischer Komponisten, die während des nationalsozialistischen Regimes verboten, verfolgt und / oder ermordet wurden. Der Titel des Konzerts ist abgeleitet vom gleichnamigen Leid Erich Zeisls, das auf einem Gedicht von Christian Morgenstern basiert.
Das Programm beinhaltet Lieder von Walter Arlen, Viktor Ullmann, Erich Zeisl, Erich Schulhoff und Erich Wolfgang Korngold.
Irene Wallner studierte Gesang an der Universität für Musik und Darstellende Kunst Wien. Sie trat als Solistin in Österreich, Deutschland, Italien und Norwegen auf. Durch ihre Auftritte mit exil.arte* ist Irene Wallner spezialisiert auf Österreichische Komponisten, die von den Nationalsozialisten verfolgt wurden.
*Exil.arte seinen Sitz in Österreich und koordiniert und organisiert künstlerische und wissenschaftliche Projekte und Veranstaltungen bezüglich der im gesamten Bereich der Kunst, insbesondere der Musik, des Musiktheaters und des Films von den Nationalsozialisten Vertriebenen, Verfemten und Ermordeten.
Maria Raberger studierte am Bruckner Konservatorium in Linz sowie am Mozarteum in Salzburg und spezialisierte sich auf Repetition, Kammermusik und Vokalbegleitung. Viele Jahre spielte sie Klavier und Celesta im Bruckner-Orchester Linz. Sie ist Mitglied im Trio "donau3klang" und "Ensemble versatile".
Der Eintritt ist frei für Friends of Villa Aurora. Regulärer Eintritt: $ 15.
Bitte melden Sie sich an unter infola@villa-aurora.org. Sie erhalten eine Bestätigung.
Die Gruppe 47 - Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb
Berlin
Lesung und Diskussion mit Helmut Böttiger, SODA Salon in der Kulturbrauerei
Die Gruppe 47, Legende des deutschen Literaturbetriebs, wurde von Helmut Böttiger und seinem mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnetem Werk „Die Gruppe 47 - Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb“ an diesem Abend mit großer Intensität wachgerufen.
Im Jahr 1947 noch als Gruppe von unbekannten Autoren von Hans Werner Richter zusammengeholt, avancierte sie Ende der 50er Jahre in einer Zeit, als es noch keine konkurrierenden Literaturfestivals und Literaturhäuser gab, zur führenden Stimme der Literaturszene in Deutschland. Aus ihr heraus erwuchs der Beruf des Literaturkritikers mit Namen wie Joachim Kaiser oder Marcel Reich-Ranicki. Stars wurden geboren mit Persönlichkeiten wie Ingeborg Bachmann, Günther Grass oder Peter Handke.
Die Geschichte, die Entwicklung und die Vorwürfe des Antisemitismus sowie der Ablehnung der Exilanten wurden in der Diskussion mit dem Leiter der Reihe „Literarische Freiheit“, Johan de Blank, entlang der Äußerungen von einzelnen Teilnehmern der Gruppe 47 im Detail analysiert.
Was bleibt, ist die Erfahrung, dass Literatur in einer Gesellschaft einen herausgehobenen politischen Stellenwert einnehmen kann, wenn sie die Dinge zur Sprache bringt, die die Politik und die Gesellschaft verschweigt. Mit Willy Brandt und den 68ern fand die Gruppe 47 ihr natürliches Ende.
Die Gruppe 47 - Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb
Berlin
Die Literarische Freiheit begrüßt in ihrer Mai-Ausgabe im SODA Salon der Kulturbrauerei zwei echte Hochkaräter – Helmut Böttiger, Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse 2013 und den Schriftsteller Ingo Schulze. Sie diskutieren über die Legende des deutschen Literaturbetriebes im Rahmen der Exilliteratur und der Gruppe 47 – Ausgang ist Böttigers aktuelles Werk „Die Gruppe 47 - als die deutsche Literatur Geschichte schrieb“.
Die Reihe Literarische Freiheit wird von Johan de Blank und Michael J. Stephan in Zusammenarbeit mit der Kulturbrauerei organisiert und von den jeweiligen Verlagen der Autoren unterstützt. Der Abend wird in Kooperation mit dem Verein Villa Aurora ermöglicht, der in Los Angeles das ehemalige Exil-Domizil des Schriftstellers Lion Feuchtwanger und seiner Frau Marta als Künstlerresidenz und als Ort des transatlantischen Austauschs lebendig hält.
Das Verhältnis der Autoren der Gruppe 47 zum Thema Exil und den Schriftstellern, die in den 30er und 40er Jahren Deutschland verlassen hatten, galt bisher als problematisch. Helmut Böttiger, der sich in seinem 2012 erschienen Werk „Die Gruppe 47. Als die deutsche Literatur Geschichte schrieb“ mit eben dieser Thematik auseinandersetzt (Preis der Leipziger Buchmesse 2013), und der Schriftsteller Ingo Schulze diskutieren die Relevanz für das heutige Literaturgeschehen in einer Veranstaltung der Reihe Literarische Freiheit im SODA Salon.
Die Gruppe 47 entstand aus einem Kreis deutscher Autorinnen und Autoren, die es sich zum Ziel gesetzt hatten, die deutschsprachige Literatur nach dem Untergang des „Dritten Reichs“ zu erneuern und mit der Nachkriegsliteratur auch die Demokratisierung der Gesellschaft zu fördern. Noch heute ist der literarische Diskurs geprägt von ehemaligen Mitgliedern der Gruppe 47 wie Günter Grass, Martin Walser oder Marcel Reich-Ranicki. Weitere waren unter anderem Ingeborg-Bachmann, Paul Celan, Ilse Aichinger, Siegfried Lenz, Alexander Kluge und Heinrich Böll. 1967 zerfiel die Gruppe aufgrund heftiger Auseinandersetzungen der Mitglieder über das Verhältnis von Politik und Literatur.
Tickets an der Abendkasse oder @ Schönhauser Allee 36 10435 Berlin // Haus 7, Aufgang E (rechts neben der "Alten Kantine") 030 - 44 31 51 0 // info@kesselhaus-berlin.de