News |Save the date: All the lonely people

Eine Frau als Einsiedlerin in der Bergwildnis. Detail einer alten Postkarte aus der Sammlung von Nana Bahlmann, nicht datiert. © Nana Bahlmann

Berlin, 18.5.2021Anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Villa Aurora zeigt VATMH (Villa Aurora & Thomas Mann House) im silent green Kulturquartier ALL THE LONELY PEOPLE, kuratiert von Nana Bahlmann. Die Ausstellung präsentiert in der unterirdischen Betonhalle des ehemaligen Krematoriums im Berliner Wedding künstlerische Darstellungen physischer und mentaler Räume des Rückzugs im Kontext von Isolation und Kontemplation. Die Ausstellung wird großzügig gefördert vom Auswärtigen Amt, der Senatskanzlei Berlin, der Friede Springer Stiftung und einem privaten Mäzen.

ALL THE LONELY PEOPLE zeigt bestehende sowie sieben eigens für die Ausstellung konzipierte Arbeiten von ehemaligen Villa Aurora-Stipendiat:innen und in Los Angeles lebenden Künstler:innen. Die Ausstellung versammelt künstlerische Darstellungen von Einsamkeit, Melancholie und Sehnsucht unter dem Gesichtspunkt universaler Topoi des Rückzugs und der Kontemplation. Das Eremitentum ist ein vertrautes Terrain der Kunst: Distanz ist ein wesentlicher Bestandteil der künstlerischen Positionierung zur Welt. Was bisher als meist selbstgewählte Lebensform von einigen Wenigen praktiziert wurde, hat im vergangenen Jahr aufgrund der andauernden weltweiten Lockdowns Eingang in den Erfahrungshorizont der breiten Bevölkerung gefunden und rückt einen kultur- und kunstgeschichtlichen Topos nun aus unerwarteter Perspektive in den Vordergrund. Künstler:innen machen diese Isolation sichtbar und erfahrbar. Mit verschiedenen Medien wie Fotografie, Video, Skulptur, Klang und Installation sollen die Erfahrungen der jüngsten Vergangenheit auf inspirierende Weise reflektiert werden.

Für die Ausstellungsarchitektur wurden die kalifornischen Architekten Johnston Marklee eingeladen, das Ausstellungsthema als künstlerischen Beitrag in eine architektonische Sprache zu übersetzen.

 

ALL THE LONELY PEOPLE

mit Saâdane Afif, Vajiko Chachkhiani, Louisa Clement, Lauren Halsey, Johnston Marklee, Annika Kahrs, Susan Philipsz, Anri Sala, April Street, Thomas Struth, Kaari Upson, Andrea Zittel

24.9. – 10.10.2021; silent green Kulturquartier, Gerichtstr. 35, 13347 Berlin

20.11.2021 – 8.1.2022; LAXART, 7000 Santa Monica Blvd., West Hollywood, CA 90038

 

Villa Aurora – Martha und Lion Feuchtwangers legendäres Domizil und gesellschaftlicher Treffpunkt in den 1940er und 1950er Jahren ist zusammen mit dem seit 2017 angegliederten Thomas Mann House eine der spannendsten und begehrtesten Institutionen in Los Angeles. 1995 wurde die Villa Aurora wieder zu einem Ort internationaler Begegnungen und fördert als Künstlerresidenz den deutsch-amerikanischen Kulturaustausch. Als Haus der Erinnerung hält sie das Andenken an die Künstler:innen und Intellektuellen wach, die in Kalifornien während der Zeit des Nationalsozialismus Zuflucht fanden und einen bedeutenden Einfluss auf das Kulturleben an der amerikanischen Westküste hatten. Jährlich vergibt die Villa Aurora Stipendien für Künstler:innen in den Sparten Bildende Kunst, Komposition, Film und Literatur für einen dreimonatigen Aufenthalt in Los Angeles. Allein und in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern veranstaltet die Villa Aurora ein lebendiges und vielseitiges öffentliches Kulturprogramm in Los Angeles und Berlin. | www.vatmh.org

silent green – Das silent green ist seit 2013 ein Kulturcampus mit unterschiedlichen Institutionen und kreativen Initiativen, der sich zu einem Platz voller Leben entwickelt hat. Das denkmalgeschützte Krematorium Berlin-Wedding wurde zu einem Ort, an dem Grenzen einzelner künstlerischer Disziplinen verschoben werden, um sie zu neuen, hybriden Formen zu verknüpfen. | www.silent-green.net

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